Die drei Bienenwesen

a) Drohn (18mm)  b) Arbeiterin (14mm)  c) Königin (20mm) (Quelle: SUZ Mitte) a) Drohn (18mm) b) Arbeiterin (14mm) c) Königin (20mm) (Quelle: SUZ Mitte)
Eine Wabe mit Eiern und Larven im Futtersaft (Quelle: Wikipedia/ Bienenwabe mit Eiern und Brut 5.jpg)Eine Wabe mit Eiern und Larven im Futtersaft (Quelle: Wikipedia/ Bienenwabe mit Eiern und Brut 5.jpg)

Es gibt drei verschiedene Bienenwesen in einem Volk, die alle unterschiedliche Bestimmungen und Lebensdauer haben.

 

  1. Die Königin

 

Die Königin (auch Weisel oder Stockmutter gennant) ist für das Bienenvolk unverzichtbar. Sie ist das einzige Weibchen mit vollentwickelten Eierstöcken und legt die Eier, aus denen wieder neue Bienen schlüpfen. Außerdem gibt sie Pheromone (Duftstoffe) an einige Arbeiterinnen ab, die diese an alle Bienen verteilen und so für den Zusammenhalt des Volkes und den spezifischen Stockgeruch sorgen.

 

Im Frühjahr verlässt die junge Weisel für einige Zeit das Volk und begeht den sogenannten Hochzeitsflug. Dieser findet an einem bestimmten Platz statt, wo sich alle Drohnen der umliegenden Bienenvölker versammeln. Durch diese Maßnahme wird vermieden, dass die Bienenkönigin sich mit den eigenen Drohnen paart. Hoch in der Luft wird die Königin dann von ungefähr 20 Bienenmännchen begattet. Durch die mehrfache Begattung nimmt die Königin einen Spermavorrat auf, der für den Rest ihres Lebens reicht.

Man erkennt die Bienenkönigin an ihrem langen Hinterleib (Quelle: Wikipedia/Einführung in die Imkerei)Man erkennt die Bienenkönigin an ihrem langen Hinterleib (Quelle: Wikipedia/Einführung in die Imkerei)

Nach der Begattung kehrt die Jungweisel zu ihrem Volk zurück, dass sie nun nicht mehr verlassen wird, außer zum Schwärmen. Dort beginnt die Stockmutter mit der Bruttätigkeit. Sie legt weiße, stiftförmige Eier in die vorbereiteten Wabenzellen ab (Bestiften) und befruchtet diese mit ihrem Spermavorrat. Aus diesen Eiern entwickeln sich dann neue Arbeiterinnen. Lässt die Königin die Eier unbefruchtet, so enstehen daraus Drohnen. So kann der Bestand von Arbeiterinnen und Drohnen gezielt reguliert werden.

 

Die Königin kann bis zu 4 Jahre alt werden. Der Zustand des Volkes hängt stark von der ihrer Aktivität ab. Ist die Königin noch sehr jung und kräftig, kann sie an einem Tag in der Hauptbrutsaison (ungefähr Einde Mai) bis zu 2000 Eier legen, das ist mehr als ihr eigenes Körpergewicht. Ist die Weisel jedoch alt und ihr Spermavorrat neigt sich dem Ende zu, so legt sie hauptsächlich unbefruchtete Eier, es entsteht ein Übermaß an Drohnen und Arbeiterinnen werden Mangelware. Diesen Zustand nennt man Drohnenbrütigkeit. Solange noch unverdeckelte Brut vorhand ist, macht das überhaupt nichts. Die Bienen handeln genauso, als wenn ihre Königin gestorben wäre; sie bauen eine sogenannte Nachschaffungszelle.

 

Bienen an einer Weiselzelle (Quelle: Wikibooks/ Einführung in die Imkerei/ Weiselnaepchen 29a-Detail.jpg)Bienen an einer Weiselzelle (Quelle: Wikibooks/ Einführung in die Imkerei/ Weiselnaepchen 29a-Detail.jpg)

Die Nachschaffung einer Königin

 

Hat das Bienenvolk seine Königin verloren oder diese zeigt kaum noch Legeleistung, so ziehen sich die Bienen eine neue Königin nach.

Über einer Zelle mit einer Arbeiterinnenlarve wird eine Nachschaffungszelle gebaut, in der dann eine Königin heranwachsen kann.

Doch darüber ob eine Königin oder eine Arbeiterin heranwächst, entscheidet einzig und allein das Futter.

Alle Bienenlarven werden bis zum vierten Entwicklungstag mit Gelée Royal,

einem äußerst nahrhaften Futtersaft, gefüttert. Ab dem fünften Tag erhalten spätere Arbeiterinnen und Drohnen zusätzlich noch das Bienenbrot, eine Mischung aus Nektar und Pollen. Wird die Larve jedoch ausschließlich mit Gelée Royale gefüttert, so entsteht eine Königin.

Dieser Umstand gewährt dem Bienenvolk, dass es sich äußerst schnell eine neue Königin nachziehen kann. Nur wenn es keine Arbeiterinnenbrut mehr gibt, ist der Verlust ihrer Anführerin eine Katastrophe. Dann gibt es keine Rettung mehr und der Imker muss das weisellose Volk mit einem anderen, weiselrichtigen Volk vereinigen.

Ein Drohn auf einer Wabe (Quelle: Wikipedia/Einführund in die Imkerei/ Drone 49a.jpg)Ein Drohn auf einer Wabe (Quelle: Wikipedia/Einführund in die Imkerei/ Drone 49a.jpg)

    2. Der Drohn

 

Der Drohn ist der "Bienenmann". Man kann ihn gut an seinen riesigen Facettenaugen erkennen. Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern. Sie wachsen in sogennanten Drohnenzellen heran, die größer als die Arbeiterinnenzellen sind. Wenn sich die Zelldeckel anfangen zu wölben, so werden die Drohnen bald schlüpfen.

 

Der einzige Lebenszweck eines Drohns besteht darin die Köigin zu begatten, da er bei der Begattung stirbt (siehe Königin/ Hochzeitsflug).

Doch nicht allen Drohnen kommt die Ehre zuteil, eine Königin zu begatten. Der Rest fliegt nach dem Hochzeitsflug zurück in den Stock und macht sich ein gemütliches Leben. Doch diesem unbschwerten Dasein wird bald ein Ende gesetzt, denn für die Arbeiterinnen sind die Drohnen nur unnötige Fresser, die weder Pollen noch Nektar sammeln könnnen. Die Faulenzer werden von den Arbeiterinnen aus dem Stock gezerrt und getötet. Das nennt man Drohnenschlacht.

Obwohl die Drohnen den Arbeiterinnen haushoch unterlegen sind, haben sie eine Überlebenschance: Stirbt die Königin nach der Begattung oder sie kehrt von ihrem Hochzeitsflug nicht zurück, so kümmern sich die Arbeiterinnen weiter um die Drohnen, da diese die neue Königin noch begatten müssen. Doch spätestens im Herbst sind alle Drohnen ausgelöscht und die Bienen sind im Winter ein reines "Frauenvolk". 

Schlüpfender Drohn (Quelle: Wikipedia/ Schluepfender Drohn 24a.jpg) Schlüpfender Drohn (Quelle: Wikipedia/ Schluepfender Drohn 24a.jpg)
Arbeiterin auf einer Wabe (Quelle: Wikipedia/ Einführung in die Imkerei/ Biene 80a.jpg)Arbeiterin auf einer Wabe (Quelle: Wikipedia/ Einführung in die Imkerei/ Biene 80a.jpg)

     3. Die Arbeiterin

 

In einem großen Bienenvolk leben im Sommer bis zu 50 000 Arbeiterinnen. Sie werden nur wenige Wochen alt und verrichten praktisch alle Arbeiten in- und außerhalbs des Bienenstocks. Die Eierstöcke der Arbeiterinnen sind verkümmert, so dass sie keine Eier legen können.

Das Leben der von Frühjahr bis Frühherbst schlüpfenden Arbeiterinnen verläuft eigentlich immer nach einem bestimmten Muster. In den ersten drei Lebenstagen werden Wabenzellen für neue Nachkommen hergerichtet, danach füttert sie alte Larven mit dem Bienenbrot, einem Brei aus Nektar und Pollen. Ab dem 6. Lebenstag verfüttert sie an die jüngeren Larven den Futtersaft aus den am Kopf befindlichen Futtersaftdrüsen. Nach ungefähr zehn Tagen bilden sich die Futtersaftdrüsen zurück und am Unterleib entstehen die sogenannten Wachsdrüsen. Aus ihnen scheidet die Arbeiterbiene kleine Wachsplättchen aus, mit welchen sie in der Bautraube mit Hilfe hunderter Kollegen alte Waben ausbessert oder neue Waben baut. Neben dieser Aufgabe lagert sie außerdem Honig und Pollen in die Wabenzellen ein.

Sind etwa zweieinhalb Wochen vergangen geht dieser Lebensabschnitt -der Stockdienst- zuende und die Arbeiterin verlässt zum ersten Mal ihr dunkles Zuhause und erkundet die Natur. Um anfänglich erst einmal die Orientierung zu erwerben, dreht sie immer größere und höhere Kreise um den Bienenstock, bis sie sich die Umgebung genau eingeprägt hat. Doch bevor sie mit ihre Tätigkeit als Sammelbiene beginnnt, muss sie noch drei Tage Wehrdienst leisten und am Flugloch Wespen oder Bienen aus anderen Völkern vertreiben, die Honig stehlen wollen. Danach betätigt sie sich den Rest ihres Lebens als Flugbiene und sammelt Pollen, Nektar, Kittharz oder Wasser, bis sie nach ungefähr 40 Tagen stirbt. Im Winter haben die Arbeiterinnen andere Aufgaben und leben auch eine längere Zeit, dazu bei der Überwinterung mehr.


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